Berichte von 02/2014

Neuigkeiten aus dem International Office

Mittwoch, 19.02.2014

Die letzten zwei Wochen (ich meine die 4. und die 5. Woche meines Praktikums) waren nicht weniger intensiv, als die ersten. Bis zum 14. Februar musste der Endbericht bei der Nationalagentur abgegeben werden. Meine Aufgabe war es die Unterlagen von 39 Schülern nach Vollständigkeit zu überprüfen, sortieren und für die Kontrolle zusammenzustellen (manche Unterlagen mussten im Original bei der Agentur vorgelegt werden, manche nur als Kopien). Da einige Schüler vergessen haben, die Boarding Passes im Original bei uns einzureichen und da die Kontrolleure diese unbedingt im Original sehen wollen, musste ich Kontakt entsprechend mit AirMalta oder mit Lufthansa Malta aufnehmen, um eine schriftliche Bestätigung des Fluges zugeschickt zu bekommen. Am Ende wurden „meine Unterlagen“ mit den Berichten, die inzwischen Antoinette mittels Mobility Tools generiert hatte, zusammengestellt und ich hatte das Vergnügen, ca. 1000 Seiten einzuscannen und zu binden. Endlich habe ich gelernt, eine Bindemaschine zu bedienen.

Parallel zur Vorbereitung des Endberichtes waren wir mit der Ausschreibung der Stipendien für das Jahr 2014/2015 beschäftigt. Es wird hier anders, als in unserer Schule organisiert. Die Schüler und Studenten aus fast allen Instituten dürfen sich bewerben. Erst wenn eine Bewerbung erfolgreich ist (und die Konkurrenz zwischen Studenten ist groß), kann der Schüler/Student erfahren, wohin er fahren wird. Man darf nicht, sich selbst ein Land oder ein Unternehmen aussuchen, wo man das Praktikum machen möchte. Und die Praktika dauern nur 3 Wochen. Da muss ich sagen, dass wir wirklich Glück mit unseren 5 monatigen Praktika haben. Ich brauchte gut 2 Wochen, um mich in die neuen Aufgaben einzuarbeiten. Und eigentlich lohnt es sich für Antoinette, mich tiefer in die Arbeit der Abteilung einzuführen nur darum, weil ich so lange hier bleibe und eine konkrete Leistung bringen kann.

Letzte Woche fanden auch mehrere Info-Treffen statt, die diejenigen Schüler, die in den nächsten Wochen ins Ausland fahren, zum Praktikum vorbereiten sollten. Aus diesem Grund musste ich mit den Schülern (16 Personen) telefonisch Kontakt aufnehmen, um den Temin des Treffens zu besprechen und festzulegen. Dann habe ich auch für sie die Verträge vorbereitet. Da drei Schüler ihre Praktika in Deutschland absolvieren werden, habe ich ihnen geholfen, eine Ferienwohnung zu finden.

Ich hatte auch die Möglichkeit, an drei Info-Veranstaltungen in der Nationalagentur teilnehmen, die der Einführung der Reform von Erasmus Programme gewidmet waren. Die Programme Erasmus und Leonardo da Vinci werden ab nächsten Jahr (also ab der gerade veröffentlichten Ausschreibung) unter einen Schirm gebracht und ERASMUS+ genannt. Die erste Veranstaltung war eine allgemeine Einführung in das neue Programm, die zweite konzentrierte sich auf Praktika und Studienreisen für Studenten und die dritte betriff die Praktika für Schüler.

Die neue Ausschreibung der Stipendien ist jetzt offen. Ich habe die Plakatentwürfe vorbereitet und, zusammen mit Antoinette, ca. 2800 Info-SMS an Schüler und Studenten verschickt. Meine Aufgabe war es, diejenigen Schüler und Studenten (aus insgesamt ca. 6000) auszusortieren, die sich um ein Stipendium bewerben dürfen. Ich bin sowohl auf dem Plakat, als auch in der SMS als eine Ansprechpartnerin angegeben. Deswegen bekam ich innerhalb einer Stunde über 50 E-Mails mit Fragen aller Art. Als ich diese Woche am Montag ins Büro kam, warteten auf mich über 130 Nachrichten und es kamen immer neue. Diese Woche bin ich praktisch ausschließlich damit beschäftigt, die Fragen bezüglich der Bewerbungen zu beantworten.

La viva Sant Pawlu!

Mittwoch, 12.02.2014

...na klar, dank dir und dank dem Schiffsunglück, den du hier erlebt hast gibt es einen Grund mehr zum Feiern. Und jeder Grund zum Feiern ist gut Lachend.

 

Ich wollte sehen, wie die Malteser feiern und dieser Fest war eine gute Gelegenheit, dies zu beobachten und Rabat und Mdina zu besichtigen. Nach einem Besuch in Sankt Paulus Grotte und in der Sankt Paulus Kirche, wo ich an einem sehr fröhlichen Gottesdienst teilgenommen habe, besichtigte ich auch die Sankt Paulus Katakomben, die (im Gegenteil zu den anderen zwei Orten) wirklich sehenswert sind. Man kann sich dort einen Audio Guide ausleihen und ich empfehle es herzlichst, weil nur mit der detalierten Ärklärungen vom Audio Guide kann man die Bedeutung dieses Ortes verstehen, sonst sind es für einen „nicht gelehrten“ Besucher nur Felsen und Löcher in denen.

Am Abend, als ich nach Valletta kam, beobachtete ich eine lustige Prozession mit einer riesigen Figur des heiligen Paulus. Als die Figure getragen von 6 Mänern aus der Sankt Paulus Kirche auf die Straße gebracht wurde, fingen die Menschen an zu klatschen und zu rufen „La viva Sant Pawlu!“. Es gab auch tonenweiise Konfetti, aber nicht in dieser Form, wie wir es kennen. Nein, das war ganz schlicht Papier geschnitten in Aktenvernichtern.

Blick aus meinem Balkon Rabat - Sankt Paulus Grotte Rabat Mdina Mdina Mdina Mdina Mdina Mdina Mdina Mdina Mdina Mdina Valletta Valletta Valletta Valletta

zwei intensive Wochenenden

Mittwoch, 12.02.2014

Es ist höchste Zeit, wieder was über mein Praktikantenleben zu berichten. Seit fünf Wochen lebe ich auf Malta und ich wundere mich, wie schnell diese Zeit gelaufen ist und wie viel ich schon gesehen und erlebt habe. Wie ich über Facebook erfahren habe, einige Personen aus meiner Klasse zählen die Tage zum Rückkehr nach Hause, als ob das Praktikum eine Strafe zum Abbüßen wäre. Ganz ehrlich: ich zähle die Tage gar nicht (außer diesen zum Besuch meines Mannes), weil ich mich hier in Malta und hier an MCAST sehr, sehr wohl fühle.

An zwei letzten Wochenenden habe ich einige sehr interessante Orte besucht. Da ich Wanderungen liebe, habe ich mich entschieden Malta auch zu Fuß zu erkundigen. Alle Ortschaften hier sind so klein, dass es fast unmöglich ist, innerhalb einer Stadt (ich habe den Eindrück, dass die Malteser es als beleidigend empfinden, wenn eine Ortschaft hier auf dem Insel als Dorf bezeichnet wird) einen längeren Spaziergang zu machen. Ein Viertel der Insel ist aber genau für eine zwei- dreistündige Wanderung passend.

Am vorletzen Wochenende bin ich mit einem Bus in Richtung Süd-Westen nach Digli gefahren, wo es sehr schöne Klippen gibt. Dieser Teil der Insel ist viel mehr grün, dort befinden sich viele Bauernhöfe, die aber ganz anders von den Riesen in Deutschland sind. Sie erinnern mehr an die Kleingärten, die man bei uns eher am Stadtrande sehen kann. Auf sehr kleinen Gründstücken, die immer mit einer charakteristischen Mauer aus kleinen Steinen und mit einer anderen – lebendigen - aus Kakteen umgeben sind, wachsen Orangen- und Zitronenbeäume und alle möglichen Gemüsearten. Ich wollte unbedingt außer der Klippen auch diese bunte und gemütliche Gärten besser sehen, die man leider aus dem Bus von der Haupstraße überhaupt nicht bobachten kann. Deswegen habe ich mich entschieden, aus Digli zu Fuß nach Rabat zurückzukommen. Das war eine sehr schöne Strecke. Ich musste mich nur sehr beeilen, weil sich hinter meinen Rücken ein Gewitter am Meer entwickelte. Gut, dass Rabat auf einem Hügel gebaut wurde, weil die Wanderwege hier nicht wirklich gut bezeichnet sind. Man muss sich eher nach der Sonne orientieren. Ich konnte aber den Ziel meiner Wanderung ab und zu in der Ferne sehen und das war natürlich sehr hilfreich.

An dem Samstagabend ging ich ins Kino. Filme werden hier in der Originalversion vorgeführt. Ich habe mich für den Film „Nelson Mandela – long walk to freedom“ entschieden. Der Film ist sehr interessant (ausgenommen die ersten 30 Minuten, während die Jugend von Nelson Mandela banal und sehr vereinfacht erzählt wird) und zu meiner großen Überraschung konnte ich wirklich fast alles verstehen. Am schwierigsten waren die Momente, wenn es über Politik und über verschiedenen politischen Ideen die Rede war – da fehlte mir die Kenntnisse von Fachbegriffen, aber ansonsten konnte ich die Handlung normal verfolgen.

Am letzen Wochenende, das wegen des Feiertages am Montag 3 Tage dauerte, besuchte ich Birzebuggia mit einem schönen Strand, der sich aber gleich neben eines Hafens befindet und Marsaxlokk – eine kleine Fischerstadt (natürlich kein Fischerdorf), wo jede Woche am Sonntag ein Fischmartk organisiert wird. Ich war dort am Samstag, also ohne Fischmartk zu sehen, aber trotzdem konnte ich die bunten Fischerboote beobachten und einen super leckeren Krake kosten.

Ich bin von Birzebuggia zu Fuß nach Marsaxlokk gekommen und nach dem Mittagessen habe mich enschieden, weiter nach Marsascala zu wandern. Dieser Weg war aber ganz schlecht beschriftet, so dass ich statt Marsascala die Stadt Zejtun erreicht habe. Der Weg entlang des Ufers überhaupt nicht zu finden war. Letztendlich erreichte ich am Abend Marsascala, aber ganz erschöpft fuhr ich dann gleich nach Hause.

 

Wie schön der frühe Frühling hier ist, werde ich nicht erzählen. Die Fotos sprechen für sich selbst.

     Marsaxlokk auf dem Weg nach Marsaxlokk     Zitronenbäume Dingli