zwei intensive Wochenenden

Mittwoch, 12.02.2014

Es ist höchste Zeit, wieder was über mein Praktikantenleben zu berichten. Seit fünf Wochen lebe ich auf Malta und ich wundere mich, wie schnell diese Zeit gelaufen ist und wie viel ich schon gesehen und erlebt habe. Wie ich über Facebook erfahren habe, einige Personen aus meiner Klasse zählen die Tage zum Rückkehr nach Hause, als ob das Praktikum eine Strafe zum Abbüßen wäre. Ganz ehrlich: ich zähle die Tage gar nicht (außer diesen zum Besuch meines Mannes), weil ich mich hier in Malta und hier an MCAST sehr, sehr wohl fühle.

An zwei letzten Wochenenden habe ich einige sehr interessante Orte besucht. Da ich Wanderungen liebe, habe ich mich entschieden Malta auch zu Fuß zu erkundigen. Alle Ortschaften hier sind so klein, dass es fast unmöglich ist, innerhalb einer Stadt (ich habe den Eindrück, dass die Malteser es als beleidigend empfinden, wenn eine Ortschaft hier auf dem Insel als Dorf bezeichnet wird) einen längeren Spaziergang zu machen. Ein Viertel der Insel ist aber genau für eine zwei- dreistündige Wanderung passend.

Am vorletzen Wochenende bin ich mit einem Bus in Richtung Süd-Westen nach Digli gefahren, wo es sehr schöne Klippen gibt. Dieser Teil der Insel ist viel mehr grün, dort befinden sich viele Bauernhöfe, die aber ganz anders von den Riesen in Deutschland sind. Sie erinnern mehr an die Kleingärten, die man bei uns eher am Stadtrande sehen kann. Auf sehr kleinen Gründstücken, die immer mit einer charakteristischen Mauer aus kleinen Steinen und mit einer anderen – lebendigen - aus Kakteen umgeben sind, wachsen Orangen- und Zitronenbeäume und alle möglichen Gemüsearten. Ich wollte unbedingt außer der Klippen auch diese bunte und gemütliche Gärten besser sehen, die man leider aus dem Bus von der Haupstraße überhaupt nicht bobachten kann. Deswegen habe ich mich entschieden, aus Digli zu Fuß nach Rabat zurückzukommen. Das war eine sehr schöne Strecke. Ich musste mich nur sehr beeilen, weil sich hinter meinen Rücken ein Gewitter am Meer entwickelte. Gut, dass Rabat auf einem Hügel gebaut wurde, weil die Wanderwege hier nicht wirklich gut bezeichnet sind. Man muss sich eher nach der Sonne orientieren. Ich konnte aber den Ziel meiner Wanderung ab und zu in der Ferne sehen und das war natürlich sehr hilfreich.

An dem Samstagabend ging ich ins Kino. Filme werden hier in der Originalversion vorgeführt. Ich habe mich für den Film „Nelson Mandela – long walk to freedom“ entschieden. Der Film ist sehr interessant (ausgenommen die ersten 30 Minuten, während die Jugend von Nelson Mandela banal und sehr vereinfacht erzählt wird) und zu meiner großen Überraschung konnte ich wirklich fast alles verstehen. Am schwierigsten waren die Momente, wenn es über Politik und über verschiedenen politischen Ideen die Rede war – da fehlte mir die Kenntnisse von Fachbegriffen, aber ansonsten konnte ich die Handlung normal verfolgen.

Am letzen Wochenende, das wegen des Feiertages am Montag 3 Tage dauerte, besuchte ich Birzebuggia mit einem schönen Strand, der sich aber gleich neben eines Hafens befindet und Marsaxlokk – eine kleine Fischerstadt (natürlich kein Fischerdorf), wo jede Woche am Sonntag ein Fischmartk organisiert wird. Ich war dort am Samstag, also ohne Fischmartk zu sehen, aber trotzdem konnte ich die bunten Fischerboote beobachten und einen super leckeren Krake kosten.

Ich bin von Birzebuggia zu Fuß nach Marsaxlokk gekommen und nach dem Mittagessen habe mich enschieden, weiter nach Marsascala zu wandern. Dieser Weg war aber ganz schlecht beschriftet, so dass ich statt Marsascala die Stadt Zejtun erreicht habe. Der Weg entlang des Ufers überhaupt nicht zu finden war. Letztendlich erreichte ich am Abend Marsascala, aber ganz erschöpft fuhr ich dann gleich nach Hause.

 

Wie schön der frühe Frühling hier ist, werde ich nicht erzählen. Die Fotos sprechen für sich selbst.

     Marsaxlokk auf dem Weg nach Marsaxlokk     Zitronenbäume Dingli